Innerer Druck im Mama-Alltag

Hey Du zauberhafte Mama,

Es gibt Tage, an denen sich Mutterschaft nicht deshalb schwer anfühlt, weil zu viel passiert. Vielmehr entsteht die Erschöpfung durch etwas Inneres.
Ein leiser Druck, der kaum auffällt und doch ständig präsent ist.
Dieser Druck flüstert: Das müsste doch anders gehen.

Der Alltag mit Kindern lässt sich selten planen.
Zwischen Frühstück, Wäsche, Terminen und spontanen Bedürfnissen entsteht ein Rhythmus, der sich nicht steuern lässt.

Und dennoch versuchen viele Mütter genau das.
Sie passen sich an, organisieren um und halten durch. Oft still und selbstverständlich.

Der innere Druck im Mama-Alltag zeigt sich genau dort, wo eigentlich nichts „falsch“ läuft. Die Kinder sind versorgt. Der Haushalt ist unvollständig, aber auch nicht chaotisch.
Und trotzdem bleibt dieses Gefühl von Anstrengung.

Innerer Druck im Mama Alltag & warum uns das Leben nicht müde macht ©Susanne Reinhold

Wenn Selbstoptimierung zur Gewohnheit wird

Über viele Jahre habe ich an Selbstoptimierung geglaubt.
Nicht nur im Beruf, sondern ebenso im Familienleben.

Auch im Haushalt gab es immer etwas zu verbessern.
Im Umgang mit meinen Kindern ebenso.
Sogar mein eigenes Funktionieren schien ein Projekt zu sein, das nie abgeschlossen war.

Methoden und Techniken gehörten ganz selbstverständlich dazu.
Ich arbeitete an mir, reflektierte mich und suchte nach besseren Wegen.
Nach außen wirkte vieles stabil und gut organisiert.
Nach innen jedoch, drehte ich mich immer wieder im Kreis.

Denn obwohl sich ständig etwas veränderte, blieb dieses innere Getriebensein bestehen.

Warum der innere Antrieb so viel Kraft kostet

Erst viel später wurde mir klar, was mich wirklich ermüdete.
Weder meine Kinder, noch der Haushalt, waren das Problem.
Auch der ganz normale Trubel des Familienalltags, war nicht die eigentliche Ursache.

Was Kraft kostete, war der Widerstand gegen die jeweilige Situation.

Der Gedanke, dass es leichter gehen müsste.
Der Wunsch, endlich an einem Punkt (schnell) anzukommen.
Und das ständige innere Antreiben, obwohl längst genug getan war.

Der innere Druck im Mama-Alltag entsteht häufig nicht, durch äußere Anforderungen.
Vielmehr wächst er aus der inneren Haltung heraus, mit der wir ihnen begegnen.

Wenn Funktionieren nicht mehr unterstützt

Funktionieren ist grundsätzlich nichts Negatives. In vielen Phasen trägt es uns durch den Tag und gibt Struktur. Gerade im Familienleben ist es oft notwendig.

Schwierig wird es jedoch dann, wenn Funktionieren nicht mehr helfen darf, sondern ständig optimiert werden soll.

Genau an dieser Stelle entsteht Spannung. Nicht laut und nicht bewusst, aber dauerhaft spürbar.

Und genau diese Spannung macht müde.

Fragen, die viele Mamas leise mit sich tragen

Warum fühle ich mich im Mama-Alltag oft erschöpft, obwohl „nichts Besonderes“ passiert?

Viele Mütter erleben Erschöpfung nicht durch einzelne Ereignisse,
sondern durch den dauerhaften inneren Druck, allem gerecht werden zu müssen.
Nicht die Aufgaben selbst kosten Kraft, sondern das innere Antreiben und der Widerstand gegen das, was gerade ist.

Bin ich undankbar, wenn mich mein Alltag mit Kindern überfordert?

Nein. Überforderung ist kein Zeichen von Undankbarkeit.
Sie zeigt oft, dass innere Grenzen längst erreicht sind, auch wenn nach außen noch alles funktioniert.

Warum habe ich das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen?

Dieses Gefühl entsteht häufig aus alten inneren Mustern und Konstrukten. Viele Mamas haben gelernt, Verantwortung zu tragen, ohne dabei ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Das Funktionieren wird dann zur Gewohnheit. Selbst dann, wenn es längst zu viel ist.

Liegt es an mir, wenn der Haushalt und das Familienleben so viel Kraft kosten?

Nein. Weder Kinder noch Haushalt sind das eigentliche Problem. Was Kraft kostet, ist der innere Anspruch, alles im Griff haben zu müssen und dabei nicht langsamer werden zu dürfen.

Was hilft wirklich gegen inneren Druck im Mama-Alltag?

Entlastung entsteht nicht durch noch bessere Organisation oder weitere Selbstoptimierung. Oft beginnt sie dort, wo wir aufhören, gegen unsere Situation anzukämpfen und beginnen, sie ehrlich wahrzunehmen.

Sanftheit beginnt nicht mit Veränderung

Lange Zeit dachte ich, Sanftheit bedeute, etwas loszuwerden. Härte sollte verschwinden.
Druck sollte sich auflösen. Auch das Antreiben, wollte ich überwinden.

Doch genau dieses Weg-haben-Wollen erzeugt neue Enge.
Denn wer gegen sich arbeitet, bleibt innerlich im Kampf.

Sanftheit beginnt nicht dort, wo alles leicht ist. Vielmehr entsteht sie in dem Moment,
in dem wir aufhören, uns selbst zu überholen.

Dann muss nichts optimiert werden. Kein Ziel wartet. Und kein nächster Schritt, drängt sich auf.

Stattdessen entsteht Raum für das, was gerade da ist.

Eine andere Haltung im Mama-Alltag

Heute weiß ich, dass der innere Druck im Mama-Alltag leiser wird,
wenn wir aufhören, jede Situation innerlich zu bewerten.

Nicht jede Müdigkeit ist ein Zeichen von Scheitern.
Auch Unordnung verlangt nicht automatisch nach Veränderung.
Und schwere Momente brauchen nicht immer eine Lösung.

Manches darf einfach sein.
Und genau darin liegt Entlastung.

Diese Haltung nenne ich SanftMut.
Nicht als Methode und nicht als Technik.
Sondern als Erinnerung daran,
dass echte Veränderung aus Kontakt entsteht und nicht aus Druck.

Mehr über diese Haltung findest du hier:
SanftMut

Vielleicht macht uns nicht das Leben müde.
Vielleicht ist es der ständige Versuch, es anders haben zu wollen.

Und vielleicht beginnt Entlastung genau dort,
wo wir aufhören, gegen uns selbst zu arbeiten.

Alles Liebe – Susanne 💛

Tagebuch Notizen ©Susanne Reinhold

Tagebuch Notizen

Kleine Gedankenpausen aus meinem Mama-Alltag. Ehrlich, ungeschönt, herznah.
Für Dich, zur Erinnerung! Denn Du bist nicht allein auf diesem Weg.

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