Wie ich zum nähen kam?

Freude am Nähen, Nähkunst © Reinweiß by Susanne Reinhold

„Die Seele ernährt sich von dem, worüber sie sich freut.“(Zitat von Augustinus Aurelius)

Es beginnt, wie meistens, in der Kindheit! Als ich in der 7. Klasse war, hatten wir in der Schule Hauswirtschaftsunterricht. Viele kennen das sicher noch aus ihrer Kindheit. Wir Mädchen lernten das Nähen an der Nähmaschine und die Jungen das Werkeln in einer Werkstatt. Ich hatte viel Freude daran.

Demnach lernten wir viele Nähte, zu versäubern, schneiden und abmessen. Abschließend, haben wir ein Kissen genäht. Ich wollte es einem Jungen schenken, den ich zu dieser Zeit sehr mochte. Auf dem Kissen war eine Applikation mit seinem Namen genäht. Meine ganze Liebe steckte in diesem Projekt. Er lehnte es ab. Ich bekam sozusagen „einen Korb“ von ihm. Gleichenfalls wollte er nur eine tiefergehende Freundschaft, wenn ich mich ändere. Warum ändern? Ich bin so, wie ich bin… Dies hat mich so getroffen, dass ich viele Jahre keine Nähmaschine mehr angerührt habe.

Viele Frauen in meinem Umfeld und vor allem, meine Mutter konnten nähen. Ich bewunderte die Kreativität, die Freiheit, sich alles selbst gestalten zu können. Ich gab also alles was ich zu Nähen hatte ab, an meine Mutter oder eine Änderungsschneiderei. Also wurde dieses Leid in mir immer größer. Heute weiß ich, dass ich immer wieder mit diesem Trauma konfrontiert wurde. Mittlerweile war ich selbst Mutter. Die Wunde war noch immer da!

Aus dem Nähkästchen geplaudert, textiles Kunsthandwerk © Reinweiß by Susanne Reinhold

Als meine Tochter eines Tages, ein besonderes Kostüm wollte, dass es anscheinend nirgends zu kaufen gab, versuchte ich es erneut. Ich besorgte den passenden Stoff. Eine Nähmaschine hat mir eine Freundin ausgeliehen. Nach etlichen Stichen, war diese dann reif für die Reparatur und das Kostüm auch nicht fertig. Übrigens, war ich zutiefst deprimiert und machte mich selbst nieder.

Wieder einige Jahre später… in meinem Umkreis nähten immer noch einige Frauen und meine Tochter wollte es nun auch lernen. Also entschied ich mich, eine eigene Nähmaschine zu kaufen und es von Grund auf, neu zu lernen. Entsprechend, nahm ich mir Nähstunden und mit der Zeit, entstand ein Projekt nach dem anderen. Es machte mir einfach Freude. Dieses Gefühl, wie damals als Kind. Ich könnte Stundenlang so weitermachen. Darum müsste ich noch nicht mal essen…

Am Nähen, liebe ich so einiges. Da möchte ich gerne zwei Sachen hervorheben. Zum einen ist es für mich eine extrem entspannende Tätigkeit. Beim Nähen vergesse ich alles um mich herum, bin voll bei der Sache und kann mich wie bei sonst nichts anderem zu 100% fokussieren. Zum anderen liebe ich die Tatsache, dass ich mir und anderen durch das Nähen Einzelstücke herstellen kann, die so individuell sind wie man selbst. Der Weg ist das Ziel!  Auch wenn mich das Ergebnis, jedes Mal aufs Neue verzaubert, bin ich für jeden einzelnen Arbeitschritt dankbar.

Wie du mich bei meinen Projekten unterstützen kannst?

Collage Dankeschön senden ©Reinweiß by Susanne Reinhold

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