Gastbeitrag

Wie gelingt ein Neues Miteinander? – Gastbeitrag von Johannes Anunad

Neues Miteinander

Diese Frage ist aktueller denn je! Ein Neues Miteinander ist unvermeidlich für uns als Gesellschaft, gerade jetzt, wo alte Strukturen und Werte immer weiter auseinanderbrechen. Die Probleme spitzen sich zu. Dennoch ist jeder einzelne von uns gefragt, was er zum Wohle des Ganzen aktiv beitragen kann, für den Wandel hin zur NEUEN ZEIT.

Dieses neue Miteinander muss von Grund auf neu erfasst, erkannt und dann gelebt werden.

„Ein Problem ist nie auf der Ebene lösbar, auf der es entstanden ist.“

Seit einigen Jahren sind gewisse Strömungen und Neubildungen zu beobachten. Dazu darf ich Johannes Anunad befragen, der sich tatsächlich seit vielen Jahren intensiv mit dieser Thematik beschäftigt und gleichzeitig, als versierter Lösungsfinder und Lebensforscher, in der ganzen Welt unterwegs und zu Hause ist. Seit November 2017 lebt er in Paraguay, wurde dort ebenfalls hin geführt zur Unterstützung eines sehr großen und ambitionierten Gemeinschafts-Siedlungsprojekts in seiner Pionierphase. Seit 2013 geht er keiner Erwerbsarbeit mehr nach, sondern folgt seinem Wunsch nach Selbstausdruck und Erfahrung.

Herzlichen Dank, dass Du da bist und hier Deine Eindrücke und Forschungsergebnisse mit uns teilst. Darüber freue ich mich sehr!


Susanne: Ein Neues Miteinander zu leben betrifft uns alle. Es ist also ein ganzheitliches Thema und kann sehr komplex sein. Was braucht es deshalb überhaupt als Grundvoraussetzung in uns Menschen?

Johannes: Über die Jahre ist meine Antwort auf diese Frage sehr schlicht geworden, aber gewiss nicht „einfach“: Es braucht ein unverbrüchliches Commitment jedes Menschen, so nenne ich es, nämlich das Commitment, das eigene innere Wachstum als den wohl wichtigsten Grund zu erkennen und zu behandeln, wegen dem ich hier auf der Erde geboren wurde. Alles Weitere ergibt sich daraus. Viele reden inzwischen davon. Nun geht es darum, im Alltag auch danach zu leben – und es so oft erforderlich vor sich selber zu wiederholen… wieder und wieder… und mutig und kompromisslos auszudrücken…

„walk your talk“ wird das im Englischen gerne genannt!

 

Susanne: Für mich fängt ein neues Miteinander mit einem neuen Denken an. Das kann allerdings so unterschiedlich und individuell sein, wie wir Menschen Selbst. Wie kann deiner Meinung nach, ein gemeinsamer Nenner gefunden werden oder ist der überhaupt nötig?

Johannes: Möglicherweise geht es weit weniger um neues Denken. Das suggeriert uns wohl eher unser Verstand, der um seine Daseinsberechtigung fürchtet, wenn z.B. von „Herzqualität“ oder auch von der Verbindung von Herz und Verstand die Rede ist.

Für mich war es eine sehr grundlegende Erkenntnis auf der Suche nach einer dauerhaften Alternative zum Geld oder Tauschen als „Gesellschaftsmotor“, als mir deutlich wurde, dass es zwei intrinsische, also selbstbewegende Antriebe in jedem Menschen gibt: Das Bedürfnis nach Selbstausdruck und nach Erfahrungen (in der materiellen Welt), die sich ja sogar wechselseitig bedingen. SO funktioniert die gesamte Natur, von der wir Menschen uns in der Moderne – mehr oder weniger – getrennt betrachten. Natur IST und drückt sich aus– bedingungslos. Sie handelt, tauscht und schenkt auch nicht, im menschlichen Sinne. Der Wunsch nach Erfahrung hingegen ist wohl (hauptsächlich jedenfalls) das Privileg des Menschseins.

Empfindungen wie Anerkennung und Zugehörigkeit ergeben sich für mich daraus. Denn etwas im absoluten Sinne „Nützliches“ zu tun, also sein Inneres Wahrnehmen eines Bedürfnisses auszudrücken, bestätigt zugleich den eigenen SELBSTwert – und darum geht es doch letztlich. Es ist zugleich absolut persönlich, einmalig und individuell – UND ein Beitrag zum Gemeinwohl, an dem ich Teil habe. Ich kann von Gemeinschaft nicht verlangen, was ich mir selber nicht geben kann… Es scheint mir ein sich selber regulierendes Phänomen zu sein – unter der Voraussetzung, dass alle beteiligten Menschen sich UND ihre Mitwelt ähnlich gut selber spüren können. Und ich durfte für diese Vermutung auch genügend Hinweise beobachten.

 

Susanne: Dieses neue Miteinander bewusst denken, ist ein schöpferischer Akt und schafft neue Bewusstseinsfelder. Eine Bewegung, die mich genauso berührt wie Dich ist, dass viele Menschen in Gemeinschaften leben wollen. Immer mehr tun es auch, in den unterschiedlichsten Projekten und Konstellationen. Diese Sehnsucht/Bedürfnis ist etwas Ursprüngliches, wie man es auch bei den Naturvölkern beobachten kann. Welche(r) Meilenstein(e) hast Du in Deinem Leben bis jetzt dazu mitgenommen?

Johannes: Nun, über viele Jahre konnte ich mir Gemeinschaftsleben nicht recht vorstellen – gerade angesichts der dokumentiert extrem hohen Quote an Misserfolg wie auch meiner eigenen konkreten Erfahrungen und Erlebnisse über Jahre in Gemeinschaftsprojekten unterschiedlichster Größe, Inhalt und Ausrichtung. Es erschien mir vielfach eher „Überlebensstrategie“, vielleicht aus unserer – jedenfalls angenommenen – Menschheitsgeschichte bedingt, denn etwas wirklich Neues. Wie oft führt der äußere und/oder innere Mangel Menschen bisher in Gemeinschaft? Die innere Resilienz und eigene Versorgung mit (materiellen) Ressourcen war/ist daher oft mangelhaft. Dabei funktioniert Gemeinschaft m.E. nur, wenn es genau umgekehrt ist, wenn also Menschen mit hoher Resilienz und im Bewusstsein unbegrenzter Möglichkeiten und Ressourcen zueinander finden.

Auch wenn das Scheitern häufig an Geldfragen und/oder an den menschlichen Differenzen festgemacht wird, wurde mir immer klarer, dass die Ursachen tiefer liegen. DAS wollte ich daher genauer herausfinden und einen Schlüssel dazu, der wirklich passt. Damit meine ich so etwas wie die erforderlichen Kernkompetenzen, die Menschen mitbringen, ja, doch wohl „müssen“, um dem Gelingen eine echte Chance zu geben. Mir wurde dabei immer mehr die Komplexität bewusst, die eine dauerhaft lebenswerte neue Lebensform annimmt, wenn man es wirklich ernst nimmt. Letztlich zieht sich eine derartige Veränderung durch alle Gesellschaftsbereiche, auch wenn ich mir nur einen Clan, eine Sippe oder ein Dorf vorstelle. Auf Dauer lässt sich da nichts ausklammern, maximal Manches etwas aufschieben.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass es auch hier weniger um den „denkenden Schöpfungsakt“ geht, den sehe ich als bisherigen Realitätsursprung, sondern vielmehr um das Gegenteil!

Die hilfreichsten Inspirationen für Neuzeitliches sehe ich darin, uns von der dualen Bewertung polarer Phänomene in der Materie zu verabschieden und damit eine innere Balance der Yin und Yang-Aspekte in uns zu ermöglichen. Diesen Zustand nenne ich das „Bewusste SEIN“, welches uns den Zugang zu allen möglichen Ausdrucksweisen und Lösungen ermöglicht, die in der Quelle, dem Schöpfungsursprung angelegt sind, also im „Kosmischen Bewusstsein“. Eine Ahnung davon erlangen wir z.B., wenn wir uns – zwar absichtsvoll, aber ohne Gedanken, Vorsätze oder Erwartungen – auf ein freies kindliches Spiel einlassen können. Was dann entstehen kann, das nenne ich WIRK-L-ICHkeit: Das ICH wird Kraft Licht bzw. Liebe WIRKsam!

DAS funktioniert eben nur JENSEITS der Gedanken! Und ermöglicht UNMITTELBARE Schöpfung – direkt inspiriert aus der Quelle!

 

Susanne: Der Beitrag zum Gemeinwohl, ist ein vielverwendeter Begriff in dieser Thematik. Wie sieht er für Dich aus? Und was kann sich dadurch ändern?

Johannes: Ja, der Gemeinwohlbeitrag… und in seiner wirklich „neuzeitlichen“ Erfüllung liegt für mich zugleich auch der entscheidende Schlüssel. Ich habe erkannt, dass die „Neue Zeit“ wirkliche Bedingungslosigkeit erfordert – AUCH hinsichtlich der Gemeinwohlbeiträge. DAS fassen Konzepte wie z.B. UBUNTU aus meiner Sicht daher noch nicht nachhaltig an. VERTRAUEN ist dabei ein zunächst schier unerfüllbar erscheinendes „Zauberwort“, da wir es selten noch wirklich und unverbrüchlich spüren können – Vertrauen in ALLE Mitglieder der Gemeinschaft.

Erst dann kann echte Freiwilligkeit entstehen – durch Vertrauen und Bedingungslosigkeit.

Erst dann können eigene innere Impulse für einen Gemeinwohlbeitrag unzweifelhaft erspürt werden. Wenn kein sozialer Druck UND keine Regulierungen und bindende Vereinbarungen bzw. Bedingungen bestehen.

Erst dann können individuelle wie gemeinschaftliche Bedürfnisse und der Wunsch nach individuellem Ausdruck sich frei begegnen und als neuer Motor aller Alltagsabläufe wie auch der Bedürfnisbefriedigung dienen. Die Natur, also „das Leben“ ist nach meiner Auffassung ein stetes Streben nach Homöostase, also nach Ausgleich. Wir modernen Menschen haben Dies vergessen. Und durch kommerzielle Mechanismen zur Regulierung des Angebots von und der Nachfrage nach – angeblich knappen – Gütern ersetzt. Das wird Handel genannt, selbst mit eigentlich unverkäuflichen „Gütern“ wie Grund und Boden, reine Luft (Kurtaxe), reines Wasser, intakte Umwelt usw.; sogar mit „Liebe“ (Prostitution).

 

Susanne: Wir waren beispielsweise mit unseren Kindern einige Jahre, in einer freien Schulgemeinschaft. Dort wurde die Soziokratie gelebt. Es war die erste Schule in Deutschland, in der das offiziell als wichtiger Teil im Konzept – für ein neues Miteinander – verankert wurde. Wie wertvoll diese Erfahrung ist, sehen wir erst heute wieder im Kontrast.

Ein Wichtiger Punkt ist hier der ehrliche Austausch auf Augenhöhe mit allen Beteiligten und das Finden einer gemeinsamen Lösung, (Konsent) die folglich alle mittragen. Erstaunlicherweise, wenden mittlerweile diese Methode bereits viele Gruppen an, ohne eine Definition (in dem Fall, die Soziokratie) dafür zu haben. Welche Erklärung hast Du dafür oder auch ähnliche Erfahrungen?

Johannes: Es ist vielleicht das „Gefühl für Natürliches“, für einen Umgang auf Augenhöhe, also für „Subjekt-Subjekt-Beziehungen“, wie Prof. Gerald Hüther es nennt, den ich sehr schätze! Intuitiv habe ich auch selber derartige Vorgehensweisen in meinem früheren Unternehmerleben angewandt. Mir ist es heute eine Grundhaltung.

Ich betrachte das „Konsentieren“ (als bedeutsamen Teil der Soziokratie) als ein wunderbares Werkzeug auf dem Weg hin zu noch weniger Struktur und Formalismus, hin zur Selbstorganisation von Abläufen und Gruppen. Mit der ich ebenfalls, gerade hier in Paraguay, sehr interessante und erfolgreiche Erfahrungen machte.

Wie zahlreiche andere Werkzeuge kann die Soziokratie also sehr dienlich sein, so lange gemeinsam auf die adäquate Anwendung geachtet wird. Leider gibt es auch bei allen diesen Werkzeugen zugleich die Möglichkeit zum Missbrauch in Form neuartig verpackter Machtmittel; natürlich.

Als weitere neuzeitliche Struktur bzw. Übergangsform sehe ich in der Soziokratie die Kreiskultur sowie den Ansatz der doppelten Verknüpfung. Das ist eine Öffnung herkömmlicher, hierarchischer Machtstrukturen, egal ob in Unternehmen oder in sozialen Gefügen wie Gemeinschaften, hin zur Selbstverantwortung und Ermächtigung der Einzelnen. Sofern es „von unten“ getragen und nicht „von oben“ verordnet wurde.

 

Susanne: „Kommunikation ist alles“ sagt man häufig in Bezug auf ein faires Miteinander. Es wird allerdings auch viel zerredet, ist mein Eindruck oder auch etwas Anderes gesagt, als man innerlich wirklich fühlt. Wie könnte sich das aus Deiner Sicht ändern, ohne Missverständnisse?

Johannes: „Kommunikation“ ist für mich viel, viel mehr als gesprochene oder geschriebene Worte. Dies wird z.B. auch in systemischen Familienaufstellungen rasch erkennbar. Hinter der Sprache ist z.B. unser Energiefeld spürbar – IMMER! Und Dieses kann nicht lügen oder mogeln. So entsteht immer wieder Verwirrung. Wir werden feinfühliger und gerade sensible Menschen erkennen intuitiv, wenn Gesprochenes dem energetischen Eindruck nicht entspricht.

Weiterhin fehlt oft die – bewusste – „Gesprächskalibrierung“, wie ich es nenne. Es bleibt also unberücksichtigt, dass Worte von verschiedenen Menschen mit manchmal sehr verschiedener Bedeutung hinterlegt sind. Und immer häufiger brechen dann außerdem bei Verwendung von „Auslöserworten“ traumatische Reaktionsmuster auf, weil sie derzeit in die Sichtbarkeit drängen und erlöst werden wollen. Sind Menschen damit NICHT vertraut, entstehen dadurch teils sehr heftige Konflikte – scheinbar grundlos.

Schließlich bewegen wir uns derzeit in immer individueller gestaltete Realitäten. Um miteinander erfüllend kommunizieren zu können, braucht es also immer dringlicher zunächst eine Art Übereinkunft, in was für „Realitätsräumen“ wir uns gemeinsam bewegen wollen – wozu auch die unter den eben genannten Punkten erwähnten Phänomene einbezogen gehören. Gerade Kontraste wie „Materialismus“ versus „Spiritualität“ lassen besonders drastische Unterschiede der „Realitätsauffassung“ erkennen, die ich für einen fruchtbaren Austausch zunächst klären muss.

 

Susanne: Was ich in diversen Gesprächen immer wieder feststelle ist, dass unter denen, die Gemeinschaft leben wollen, sehr unterschiedliche Einstellungen zum Leben verankert sind. Auch gewisse Menschenbilder verhindern ein Zusammenkommen, oder auch die Frage nach Eigentum/Besitz. Welche Anregungen kannst Du dazu mitgeben?

Johannes: Gerald Hüther hat auch dafür eine sehr schöne, etwas altmodische Beschreibung gefunden. Aus meiner Sicht ist es entscheidend für den weiteren Erfolg, genügend tragfähige gemeinsame Anliegen zu finden. Im Unterschied zu Zielen beschreiben Anliegen eher einen Weg, den man gemeinsam gehen will, wie z.B. „Nachhaltige Landwirtschaft“ oder gar „Autarkie“ oder „Selbstversorgung“ betreiben, die Kinder ohne Schule, ohne Unterricht, also als „Freilerner“ aufwachsen zu lassen usw.

So etwas ermöglicht dann die Formulierung von Zielen, die auf diesem gemeinsamen Weg liegen, also z.B. dafür dienliche Verhaltensweisen gemeinsam zu erarbeiten und zu pflegen, Angebote, Aufgabenteilung, Bewirtschaftungsmaßnahmen, sogar Anbaupläne, Zeitplanungen, ggf. erforderliche Baumaßnahmen bzw. Raumbedürfnisse…

Grundsätzlich sehe ich vielfältige Möglichkeiten, um Formalitäten, Eigentum usw. genau nach derartigen gemeinsamen Anliegen gemeinsam zu finden, auszuwählen und nach eigenem Bedarf lösungsorientiert zu formen. Hier sind Worte wie Offenheit und Vertrauen wieder enorm wichtig – sowohl, wenn es um Gelddinge und Vermögen geht, als auch zum gemeinschaftlichen Gestalten der Räume für die Entfaltung der jungen Menschen!

Auf der anderen Seite steht sehr häufig – noch – eine ganze Anzahl teils existenzieller Ängste, die erkannt und dann kompetent bearbeitet und ausgeräumt werden wollen. Daran geht aus meiner Sicht kein Weg vorbei und es ist zugleich wohl DER Stein des Anstoßes und das Trennende schlechthin. Dennoch sind wir da alle in Selbstverantwortung und die Anderen lediglich freiwillige (!) Begleiter, Helfer – und auch „ArschEngel“, wie Robert Betz sie gerne nennt.

Als „Gute Nachricht“: Gerade die intelligente Nutzung von Rechtformen, Vereinbarungen und Verträgen etc. kann dabei sehr nützlich sein, um anfänglichen Ängsten für den Übergang adäquat Rechnung zu tragen. Auch dafür gebe ich Beispiele in meinen Texten und berate Menschen und Projekte darin.

Neues Miteinander

Es ist entscheidend für den weiteren Erfolg einer Gemeinschaft, genügend tragfähige gemeinsame Anliegen zu finden. Anliegen beschreiben einen Weg, den man gemeinsam gehen will. 

Susanne: Neulich habe ich den Satz „Was wünschst Du Dir?“ im Zusammenhang mit den eigenen Bedürfnissen gelesen. Wie wichtig ist es für uns Selbst und die Gemeinschaft, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und auszudrücken?

Johannes: Aus MEINER Sicht ist es sozusagen die „Eintrittskarte“, also eine Grundvoraussetzung für das Gelingen Neuen Miteinanders. Plus Mut, Dies auszudrücken und Vertrauen darein, DENNOCH in der Gruppe angenommen zu sein. DAS kann ich mir allerdings nur selber (wieder) gewinnen, also in mir befreien. Und eine robuste Gruppe kann dabei hilfreicher Spiegel und Begleiter sein – darauf habe ich allerdings keinerlei Anspruch, wenngleich es ein wundervolles Geschenk ist!

 

Susanne: Ergänzend möchte ich noch die Hierarchien ansprechen. Auch in bestehenden Gemeinschaften, Gemeinwohl Projekten und Naturvölkern, gibt es immer jemanden, der die Leitung hat oder einen Häuptling oder ähnliches. Das alte Ordnungsmodel. Wie können wir das auflösen?

Johannes: Ich sehe Hierarchie der heutigen Form als etwas Künstliches, Unnatürliches an. Das natürliche Pendant dazu ist für mich die „Führung aus Kompetenz“. Dabei sind sich alle Geführten darin einig, wer etwas „am besten kann“ –  und dieser Mensch/diese Menschen wird/werden dafür erwählt. Das kann schon morgen wechseln, z.B. wenn beim gemeinsamen Bau eines Hauses eine neue Aufgabe, ein weiteres Gewerk in Angriff genommen wird.

So mag es z.B. auch so etwas wie einen erwählten Ältestenrat einer Gruppe, eines Dorfes geben, welcher für die Regelung und Formulierung der Gemeinwohlinteressen besonders geeignet erscheint. So z.B. auch für das Regeln bzw. Beilegen denkbarer Streitigkeiten.

 

Susanne: Welches Bild hast Du ganz persönlich von der Neuen Zeit – für ein neues Miteinander?

Johannes: Ich hoffe, es ist bereits hier und da etwas durchgeschimmert in meinen Antworten. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich weder hier noch in meinen schriftlichen Ausführungen oder Gesprächsmitschnitten von „Visionen der Neuen Zeit“ berichte.

Vielmehr steht mir seit Ende 2012 etwa ein sehr klarer Blick zur Verfügung in diese andersartige Zeitlinie, die ich „DIE NEUE ZEIT“ nenne. Und die das Ergebnis eines fundamentalen Paradigmenwechsels der Menschheit ist – weg vom bestehenden Bewertungsparadigma, nach dem für alles Erhaltene etwas zu geben ist (und umgekehrt), hin zu einem Wertschätzungsparadigma, in welchem die Bedingungslosigkeit des intrinsischen (Selbst-)Ausdrucks der natürliche Motor ist, wie ich oben ausführte. Dieses Neuzeitliche, also seine Prinzipien und vielfältigen möglichen Ausdrucksweisen, ist für mich beliebig detailliert sichtbar und daher auch durch alle Gesellschaftsbereiche beschreibbar. Es wird (auch) mit einem Verzicht auf Wirtschaftsmechanismen wie Tausch oder Geld einher gehen, und Vielem mehr.

Das ist alles in meinen Texten studierbar.

 

Susanne: Was möchtest Du abschließend noch sagen? Was ist Dir wichtig?

Johannes: Mir ist es besonders wichtig darauf hinzuweisen, wie einflussreich und notwendig derzeit unsere täglichen Entscheidungen FÜR diese neue, andersartige Zeitlinie sind.

In dieser Ausrichtung auf Neuzeitliches darf es heute keine Kompromisse mehr geben, damit wir maximal wirksam sind.

Dies ermächtigt uns auch zu „neuzeitlichem“ Verhalten in unserem Alltag, also dazu, das Bestehende kreativ mit andersartigem Ausdruck zu füllen. Daraus wiederum entsteht neuer „Programmcode“, Zeile um Zeile, der die bestehende Matrix um das ergänzt und erweitert, was es zu einem lebenswerten und inspirierten, neuzeitlichen Leben braucht. Das heißt aus meiner Sicht, dass wir die sog. „Matrix“ überhaupt nicht verlassen müssen! Vielmehr stehen uns jetzt ALLE Mittel zur Verfügung, um sie zu erweitern, zu ergänzen, „open Source“ also, bis sie unserem Wunsch nach maximal lebenswerten Bedingungen hier in der Materie entspricht!

Am Ende sehe ich den „Effekt des 100. Affen“ wirksam werden, vielleicht schon sehr bald, der das „Neue Paradigma“ als künftiges Lebensprinzip der ganzen Menschheit zugänglich macht – alternativlos und „zum Wohle Aller“. Die „NEUE ERDE-MATRIX“!

Wir programmieren derzeit also mit jeder entsprechenden – bewussten! – Entscheidung FÜR das Neuzeitliche zugleich unser „künftiges Schicksal!

In dieser Hinsicht ist unsere „Zukunft“ also bereits geschehen!

Und DAS begeistert mich!

Lass Dich ebenfalls davon begeistern!

Johannes-Anunad

Für ein neues Miteinander – Johannes Anunad, zu Gast bei Susanne Reinhold – Herzlichen Dank!


Johannes und seine sehr ausführlichen Texte für ein Neues Miteinander findet ihr hier:

DNZ-Profil (aktueller): https://dieneuezeit.mitananda.info/blog/autoren/johannes-anunad/

Webseite: https://dieneuezeit.mitananda.info/downloads/

Email: jmoersc@gmx.de

TELEGRAM-Kanal: https://t.me/dieneuezeit_mitananda


Die Neue Zeit – Werkstattgespräch

Wir alle möchten ein sinnhaftes, glückliches Leben führen, das nicht nur uns Selbst, sondern auch anderen dient. Johannes Anunad ermutigt, mit seinem authentischen Sein, für dieses Paradigmen Wandel, indem er ihn VORlebt! Im Anschluss kam es deshalb zu folgendem Werkstattgespräch mit Johannes. 

 


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