Ganzheitliche Hausreinigung
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Putzen ~ ein Schulungsweg nach innen

Putzutensilien, Putzen ein Schulugsweg nach innen ©Reinweiß by Susanne Reinhold

„Lebenskunst besteht darin, die eigene Natur mit der eigenen Arbeit, in Einklang zu bringen.“ (Zitat von Luis Ponce de Léon)

Wenn wir unseren Weg gehen, dann ergeben sich die Erkenntnisse erst im Nachhinein und eher selten, direkt. Im Grunde verstehe ich erst heute, warum in meinem Leben das Putzen und „Reine machen“, eine wichtige Rolle spielt. Heute betrachte ich es, als (m)ein Schulungsweg nach innen. Das Putzen hat sehr viel mit Gemeinschaft zu tun. Nicht nur in Geschäften, Einrichtungen, Arbeits- und Wohngemeinschaften, Schulen und Familien, ist Reinigung wichtig, sondern auch in einem Single Haushalt. Sicher putzt ein Mensch, der alleine wohnt, gewissermaßen für sich, aber letztlich doch oft, damit er ungeniert auch Gäste empfangen kann. Das Ordnen und Saubermachen hat somit direkt, etwas mit unserem Sozialen zu tun. Hausarbeit und vor allem die Reinigungsarbeiten, machen einen bedeutenden Teil des Lebens aus und tragen zur Widerherstellung und Erhaltung lebensfreundlicher Umstände bei.

Schmutz ist Folge und sogleich Anlass für menschliche Aktivität. Schmutz hat mit Vergangenheit zu tun, mit dem, was nicht mehr ins gegenwärtige Leben gehört. Somit können wir es auch „Ab-fall“ aus dem Jetzt nennen, der sich bildet, wenn der Mensch aktiv ist. Ganz klar formt sich auch Staub in einem Haus und andere Bewohner machen sich breit, wenn nichts darinnen steht und auch kein Mensch im Haus ist. Umso länger dies der Fall ist, desto schneller verfällt das Haus.

Schmutz zu beseitigen, bietet uns ein fast unbegrenztes Übungsfeld, etwa für Gelassenheit, Rhythmus, Aufmerksamkeit, Zuwendung, die Kraft des Durchhaltens und der eigenen Verantwortung. Dadurch verwandeln wir nicht nur das Materielle, wir bewältigen und verarbeiten auch ein Stück unserer persönlichen Vergangenheit. Durch dieses Aufräumen, Ordnen, Sortieren, Entsorgen, ist Putzen – ein Schulungsweg nach innen.

Putzen ist ein Handwerk das gelernt sein will. Ich durfte dazu in meinem bisherigen Leben, einigen Lehrern begegnen. Letztendlich habe ich mir von allen das mitgenommen, was ich mit mir in dieser Zeit, vertreten konnte. Wir alle handeln nach dem Grad unseres Bewusstseins. Dementsprechend treffen wir auch immer die richtigen Menschen und wir sind auch immer am richtigen Arbeitsplatz. So belächelten einige meine letzte Anstellung als „Putzfrau“, die es eigentlich gar nicht nötig hätte, auf dem Boden herumzukriechen und unter anderem Toiletten in einem Biomarkt zu reinigen. Dort bekam ich allerdings genau dieses Übungsfeld, außerhalb meines eigenen Haushaltes, geboten.

Putzen ist weder Pflicht noch Zwang, es ist Lebensqualität und auch hier bestimmt die Arbeitsfreude, was der Mensch schöpferisch in die Welt einbringt. Die Einstellung, die der Mensch zu seiner Arbeit hat, bestimmt die Qualität der Pflege. Ich bin der Ansicht, dass es der wichtigste Job/die Aufgabe überhaupt ist, weil man am Schluss den Menschen, die diesen „gereinigten Raum“ betreten, ein wundervolles Geschenk hinterlässt. Jeder Raum benötigt diese schöpferische Pflege mit der Hand, jeder Raum muss und sollte geputzt werden.

Das ist eine Arbeit, die nicht immer mit großer Begeisterung angepackt wird. Hier bedienen wir Menschen uns mittlerweile der Flucht – wir sind nicht gern in diesem Haus – oder auch in Delegation – wir geben das Putzen ab – oder setzen mittlerweile auch Putzroboter ein. Das ist allerdings nicht mehr die Handwerkskunst, der schöpferische Selbstausdruck, der sich aus dieser Tätigkeit ergibt. Durch das wir es selbst tun und Hand anlegen ist Putzen – ein Schulungsweg nach innen.

„Viele verstehen das Handwerk, nur wenige die Kunst!“ 

Wie auch immer die Umstände sein mögen, wir können immer versuchen wahrzunehmen, was wir tun und vor allem wie wir es tun. Alles was durch liebevolle Hände geht, nimmt ein neues Wesen an. Täglich ergeben sich mehr oder weniger interessante oder angenehme Aufgaben. Aber ob interessant, angenehm oder nicht, sie müssen erledigt werden. Das sind gute Gelegenheiten, einmal zu beobachten, wie wir uns selbst dabei verhalten. Bei Arbeiten, die uns nicht sonderlich erfreuen, wird geseufzt, gemurrt, man verspannt sich, weil man zum Beispiel denkt, dass eigentlich doch besser andere diese Arbeit tun sollten.

Eine solche Einstellung macht die ganze Sache nur noch schwieriger. Diese Last, die man sich innerlich auferlegt, wirkt erschöpfend. Nehmen wir so eine langweilige Arbeit, einfach als Gelegenheit zum Üben. Es ist auch ein Annehmen und Akzeptieren im Jetzt. Wenn wir jedes Detail interessiert wahrnehmen, dann entdecken wir etwas völlig Neues am Altbekannten. Interesse bzw. unsere Aufmerksamkeit belebt und unsere Aufgabe wird weniger mühsam.

„Was Sinn ergibt, bestimmen unsere Sinne.“ (Zitat von Michael Richter)

Die Spanne zwischen Sinn und Sinnlosigkeit ist typisch menschlich, und jeder kennt sie der daheim einen Lappen, den Besen oder Staubsauger in die Hand nimmt. Schnell kann das Gefühl von Genervtsein, Gleichgültigkeit oder Sinnlosigkeit entstehen. Sobald wir aber den Sinn unseres Tuns einsehen, wird das in uns diese schöpferische Kraft erzeugen, überhaupt erst einmal anzufangen. Durch das Tätig sein, machen wir dann eine Erfahrung, die den Sinn unseres Entschlusses bestätigt und zur Einsicht führt. Diese Einsicht erzeugt Freude und Freude wiederum, gibt uns Kraft. Alles geht leicht von der Hand, auch im Sinne von Ideen und dem menschlichen Miteinander. Diese Kraft zu spüren, erweckt Gefühle der Dankbarkeit. Sind wir hingegen völlig erschöpft, so ist es schwierig, Freude und Dankbarkeit zu empfinden.

Viele Menschen erleben das Putzen, als eher sinnlose Arbeit. Daher kommen auch solche Aussagen wie: „Fenster putzen ist was für Leute mit hübschen Nachbarn.“ Oder „Heute lebe ich, morgen putze ich, vielleicht…!“ Ich gebe zu, kaum etwas ist im Resultat so vergänglich, so unerbittlich mit einem Verfallsdatum versehen, wie das Putzen. Ich habe diese Aufgabe, von mehreren Seiten beleuchtet und erfahren. Als junger Mensch, fühlte es sich selbst noch ganz anders an, wie jetzt als Mutter, Hausfrau, Reinigungskraft oder mit Tieren, naturnah zu leben, beziehungsweise in einer Großstadt. Gleich nach Beendigung der Tätigkeit, beginnt gnadenlos der Zerfall der ersehnten und geschaffenen Schönheit und Ordnung. Durch dieses Annehmen im Jetzt, Berühren im Jetzt und Ordnung im Jetzt, ist Putzen – ein Schulungsweg nach innen.

„Kunst ist aber kein Handwerk, sondern Vermittler von Gefühlen, die der Künstler empfunden hat!“(Zitat von Leo Tolstoi)

Putzen gibt uns Menschen die existenzielle Erfahrung, endlos zu scheitern und daran nicht zerbrechen zu dürfen. Man hat gerade erst alles saubergemacht und dann läuft jemand mit dreckigen Schuhen, den frisch geputzten Gang entlang. Dazu kann ich mich als Mensch jederzeit entscheiden, mich mit meinem Ärger aufzutürmen oder liebevolle Gefühle für den anderen zu empfinden. Dem anderen fehlt oft nur ein anderer Blick, auf die gleiche Sache. Irgendwann erkannte auch ich, den tieferen Sinn dieses scheinbar sinnlosen Tuns und fand meinen Seelenfrieden. Das bedeutet, dass ich noch vor wenigen Jahren, ganz anders auf Schmutz und auch das Putzen reagierte, als heute. Ent-Täuschende Wahrheiten verlieren an Gewicht, sobald sie in ihrem Sinn erkannt werden. So führt Sinnfindung und Erkenntnis, letztendlich zum Sieg.

Weil wir bei dieser Tätigkeit mehrfach an unsere eigenen Grenzen stoßen, führt sie uns auch oft zu uns selbst. Durch diese Selbsterziehung oder auch Selbstreflektion, durch diese Zuwendung, ist Putzen – ein Schulungsweg nach innen. Wir lernen mit der Zeit uns immer besser wahrzunehmen, wir lernen uns selbst kennen, lernen uns zu akzeptieren, all dies fördert unsere Kreativität, wir werden wieder produktiver und schöpferischer.

Sich selbst gegenüberzustehen, sich selbst zu erkennen, ist ein existenzieller Entwicklungsschritt – und aus diesem Grund sind wir Menschen hier auf dieser Erde! Unsere Talente wollen und sollen gedeihen, aber dazu müssen wir sie erst einmal entdecken! Dazu bietet uns der Alltag unbegrenzte Möglichkeiten. Das Produkt des Putzens, ist für mich Sauberkeit. Pflegen dagegen ist eine Lebenskunst, weil sie ganz eng mit unseren Herzensenergien und unserem schöpferischen Ausdruck verknüpft ist. Das Ergebnis ist Lebensqualität und eine gute Stimmung / Schwingung in unseren Wohn- und Lebensräumen.

Mein Ausdruck ist auch das Bild, indem ich einfach deutlich machen möchte, den Blickwinkel zum Thema Putzen zu wechseln. Es ist magisch /energetisch hochwertig, wenn wir den tiefen Sinn verstanden haben. Alles Liebe dabei 🙂 ~ Susanne

Dankeschön senden an Susanne ©Reinweiß by Susanne Reinhold

Dankeschön senden an Susanne ©Reinweiß by Susanne Reinhold


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3 Kommentare

  1. Liebe Susanne,
    von der Seite aus habe ich das noch gar nicht so richtig betrachtet, ich schimpfe auch noch wenn ich gerade frisch gewischt habe und die Kinder kommen aus dem Wald und tappen gerade mit ihren dreckigen Schuhen über den nassen Boden, ärgerlich…mit viel Liebe geputzt und nun schon wieder dreckig. Es soll ja lange sauber bleiben…. denke ich mir. Da muss ich noch an mir arbeiten bis mir das gelingt. Manchmal muss man auch eine Innere Reinigung oder das Putzen vor sich nehmen, damit es einem wieder besser geht, denn nicht nur äußerlich kann sich in der Wohnung oder im Haus Schmutz ansammeln, denn auch Innerlich ist dieses der Fall. Tägliche Reinigung ist hier angesagt innen wie außen damit die Lebensqualität stabil bleibt und wir uns gut fühlen und wir strahlen können. In diesem Sinne „Putzt euch Schön“ Schöner Beitrag Liebe Grüße C.

  2. cscel sagt

    „unglaublich-wo kommt dieser Artikel her?“ war meine erste innerliche Reaktion. 2007, mein Sohn war mittlerweile 9 J. alt, sah ich mich gezwungen, zu arbeiten und mangels Ausbildung etc habe ich eine Arbeit als Putzfrau in einem größeren Werk angenommen. Ich habe dort in allen möglichen Bereichen wie Labore, Produktionshallen, Werkstätten und Reinräumen meinen Dienst versehen, bin nun Vorarbeiterin und werde noch weitergebildet. Die Arbeit gab mir Selbstbewusstsein, Anerkennung und Mut, ich begriff mit anderen Menschen gut auszukommen, und lerne täglich dazu. Wir wohnen mittlerweile da, wo wir uns wohlfühlen in drei Generationen harmonisch zusammen, haben eine tolle Nachbarschaft. Ohne diese Arbeit hätte ich den Mut für alle Veränderungen in unserem Leben nicht gefunden . Ich bin mit Leib und Seele Putzfrau. Danke für diesen Artikel!

  3. Susanne sagt

    Hallo Ihr lieben,
    vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Genau das war auch meine Absicht, dass wir all unseren täglichen Arbeiten etwas magisches mitgeben, was nur durch uns Menschen geschehen kann. Alles Liebe ~ Susanne

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