Ganzheitliche Hausreinigung
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Minimalismus zu Hause

Minimalismus zu Hause, Weinbergschnecke trägt ihr minimalistisches Zuhause immer mit ©Reinweiß by Susanne Reinhold

„Wie viele Dinge es doch gibt, die ich nicht brauche.“ (Sokrates)

Das Buch, dass mich auf meinem Weg weitergebracht hat, war unter anderem „Feng Shui, gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston. Am wesentlichsten war allerdings für mich, die Befreiung von Gerümpel und das Ordnen und Sortieren unliebsamer Dinge. Obwohl Minimalismus (englisch: Minimal-Art) eigentlich aus der Kunst kommt und sich dort bereits versuchte abzusetzen von anderen Kunstrichtungen, hat dieses Phänomen auch im Einrichten von Wohnungen Anklang gefunden. Interessanterweise strebt Minimalismus in der Kunst, nach schematischer Klarheit, Logik und Entpersönlichung. So gilt es seit einigen Jahren, auch als Wohntrend und als Lebensstil umzusetzen. Aber ist das dann wirklich meins?

„Wer Dinge, die man nicht erlangen kann, begehrt, wer Dinge, an denen man sich nicht ersättigen kann, erstrebt, der kommt weit ab von der Wurzel des Lebens.“ (Lü Buwei)

Wohntrends sind immer Vorgaben von außen. Sie haben für mich etwas mit Manipulation zu tun. In diesen Trends, versteckt sich genau diese Entpersönlichung. Oftmals sind es Dinge, Farben und Materialien aus anderen Kulturen und Regionen, die gar nichts mit uns zu tun haben. Das hat mich auch immer, am klassischen Feng Shui gestört. Bei dem ich mir extra Dinge anschaffen und sie auch noch in der richtigen Himmelsrichtung anbringen oder aufstellen musste, damit diese Energie positiv wirkt. Beim Minimalismus ist das ähnlich. Wenn wir ihn als Wohntrend sehen, in dem wir uns extra Dinge anschaffen, um uns nach außen hin minimalistisch zu zeigen, wirkt er zur Entpersönlichung der Räume bei. Da unser Umfeld auch immer etwas mit uns zu tun hat, dürften wir uns in diesen Räumen gar nicht wohl fühlen. Ähnlich einem Ausstellungsraum oder einem Museum.

„Habe nichts in deinem Haus, von dem Du nicht glaubst, dass es nützlich oder schön ist.“ (William Morris)

Dieses Zitat beschreibt für mich bereits, mein erstes Persönlichkeitsmerkmal. Allerdings möchte ich hier ganz klar unterscheiden, dass wir bei einem inneren Mangelbewusstsein heraus, bei vielen Dingen glauben, dass wir sie brauchen. Ich habe beispielsweise jahrelang, Sand gesammelt. Sand von Stränden, Orten, Wüsten aus aller Welt. Fasziniert hat mich bei dieser Sammlung nur, die unterschiedlichen Farben und Beschaffenheit des Sandes.

Die meisten Mitbringsel, brachten mir allerdings andere Menschen mit und ich hatte gar keinen Bezug zu diesem (Urlaubs-)Ort, wo der Sand herkam. Die Energie wirkte trotzdem. Alles was wir im Haus oder in unserer Wohnung haben, wirkt gemeinsam als eigenständiges Energiefeld. Letztes Jahr, habe ich diese Sammlung aufgelöst und vereise nun lieber selbst an Orte, die mich interessieren.

Ähnlich ist es mit dem Regal vom Nachbarn, der Couch von der Schwiegermutter oder die schöne, alte Kommode von der Oma. Wenn wir diese Dinge wirklich grundlos lieben, tragen sie unser Persönlichkeitsmerkmal. Wie oft benehmen wir uns allerdings, wie ein Museumsverwalter in unserem häuslichen Umfeld. „Das kann man doch nicht wegwerfen, wenn Mutter zu Besuch kommt, muss die Kommode/Couch da sein, sonst…!“ oder „Das hat mir der/die erst zum Geburtstag geschenkt!“ oder „Das kann man noch irgendwann gebrauchen!“.

Alle diese Verhaltensweisen, kommen aus einem Mangelbewusstsein. Mangel an Vertrauen, Liebe, Ehrlichkeit usw. Diese Energien wirken extrem in unserem Umfeld. Wie gesagt, alles was wir im Haus oder in unserer Wohnung haben, wirkt gemeinsam als eigenständiges Energiefeld. Habe also nichts in deiner Wohn- und Lebensumgebung, was du nicht wirklich grundlos liebst.

 „Reinheit und Einfachheit sind die beiden Flügel, mit denen der Mensch über allen irdischen Dingen aufsteigt.“ (Thomas von Kempen)

Minimalismus als Lebensstil bedeutet, dass wir bewusst verzichten, um Platz für das Wesentliche zu schaffen. Dinge anders zu machen oder loszulassen, bedeutet eine Änderung des Bisherigen. Es verändert sich auch das Energiefeld des Hauses. Minimalismus ist eigentlich eine notwendige Gegenbewegung zum Konsumwahn oder dem Materialismus, ohne daraus ein Dogma zu machen oder es zu bewerten. Es ist die natürliche Polwirkung, in unserer dualen Welt.

Wir alle wissen, dass stetiges Wachstum beispielsweise in der Wirtschaft, ins unermessliche ausufert und unkontrollierbare und unnatürliche Formen annimmt. Es braucht immer auch Zyklen des Rückgangs und der Balance, um im Gleichgewicht zu bleiben. Da können wir uns am besten wieder in der Natur orientieren, die ihr Gleichgewicht in Form der Jahreszeiten vom Wachsen und Werden, Vergehen und Ruhen/Sterben, ausdrückt.

Das Bild von der wandernden Weinbergschnecke, die ihr Zuhause immer dabei hat, drückt für mich ein minimalistisches Leben aus. Sie vertraut darauf, alles zu finden und zu erhalten von der Natur, was sie zum Leben benötigt.

Minimalismus: „Nicht arm ist der, der wenig hat, sondern der, der nach mehr verlangt.“ (Seneca)

Ein minimalistisches Leben, kann die Lösung sein für die materielle Belastung, unter der viele Menschen bewusst oder unbewusst leiden. Denn wer wenig besitzt, muss sich auch um weniger kümmern, hat dafür aber mehr Platz, Zeit und Geld. Dies gilt für wirklich alles, was wir in und auf den Schränken und in Räumen haben. Dachböden, Keller und Nischen inbegriffen. Denn diese wirken im häuslichen Energiefeld, wie dunkle Gewitterwolken über oder unter uns.

Ebenso auch vollgepackte Handtaschen oder Rucksäcke, Einkaufswagen, der Kofferraum im Auto, Handschuhfächer, sogenannte Aufbewahrungshelfer, in allen erdenklichen Formen und Größen. Seneca beschreibt mit seinem Zitat, genau diesen inneren Zustand von Mangel und dem Verlangen nach mehr. Minimalismus in Wohn- und Lebensräumen ist deshalb für mich, eine bedingte Ordnung. Hier kann durch die Reinigung und die Einfachheit, ganz viel innerlicher & äußerlicher Freiraum entstehen. Der nächste Schritt im Leben für innere und äußere Freiheit, ist dann meistens nicht mehr so groß.

Alles Liebe dabei 🙂 ~ Susanne

Minimalistisch und einfach unterwegs mit meinen genähten Turnbeutel

Weißer Turnbeutel mit Innentasche, Minimalist © Reinweiß by Susanne Reinhold

Weißer Turnbeutel mit Innentasche, Minimalist © Reinweiß by Susanne Reinhold


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