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Die Vergangenheit annehmen

Rückspiegel, die Vergangenheit annehmen - ©Susanne Reinhold

„Das Leben, kann nur in der Schau nach Rückwärts verstanden, aber in der Schau nach vorwärts gelebt werden.“ (Zitat von Søren Kierkegaard)

Wie leicht nehmen wir gegenüber den vermeintlichen Fehlern und dem Unglück in der Vergangenheit, eine negative Haltung ein. Wenn wir in den Rückspiegel unseres Lebens schauen, entdecken wir Berge & Täler. Wir alle kennen Formulierungen wie: „Hätte ich nur Dies oder Das gemacht…“ oder „wäre ich damals lieber so vorgegangen…“. Die Vergangenheit annehmen heißt, den Weg im Jetzt zu akzeptieren, für den wir uns damals entschieden haben. „Dieser Mensch, hat mir Dieses oder Jenes angetan…“ oder „Ich hatte eine schwere Kindheit und deshalb bin ich so….“, sind Sätze die wir auch zu Gute kennen oder die wir erzählt bekommen. Die Vergangenheit annehmen heißt, all das den Menschen und Seelen zu vergeben, was sie uns scheinbar angetan haben.

Alle diese Äußerungen, habe ich ebenfalls benutzt, um in meinem Leben einen Schuldigen zu finden. Unsere Enttäuschungen, unser Versagen und all die fehlgeschlagenen Bemühungen, um Wachstum und Fortschritte. Viele Erklärungen findet unser Kopf dafür, warum die Dinge so laufen, wie sie laufen. Unser Unbewusste Geist, das Ego oder wie wir es nennen mögen, ist ein hervorragender Schauspieler und ein Sucher im Außen. Er kann vortreffliche Szenarien kreieren und ist ein Profi, für innerliches Kopf Kino – in HD Qualität. Vor vielen Jahren, war ich an einem Punkt in meinem Leben, als ich diese innere Folter so satthatte, dass ich unter Tränen nachts wimmerte: „Ich möchte einfach nur heil werden!“ und „Ja, ich habe (viele)Fehler gemacht und bin trotzdem ein liebenswerter Mensch!“

Ist unsere Vergangenheit ein Fehler?

Nein. Der einzige Fehler bestünde darin, diese Frage mit Ja zu beantworten. Somit kam Heilung in meine Situationen und Beziehungen. Ich habe das erste Mal in meinem Leben, bewusst Verantwortung übernommen und meinen Weg voll und ganz akzeptiert. Bewusst, müsste hier eigentlich unterstrichen werden, weil alle anderen Entscheidungen, mich nie so berührt haben, wie diese. Ich lernte die Vergangenheit, unter den Aspekten der Erfahrung, des Akzeptierens und des inneren Wachstums zu sehen. Wenn wir in den Rückspiegel unseres Lebens schauen, entdecken wir vielleicht unseren eigenen Trampelpfad. Wenn ich nicht diesen Weg so gegangen wäre, wüsste ich auch gar nicht, wie er ist. Auch wenn es ein scheinbarer Fehler ist, oder ein Fehlverhalten oder eine Fehlinterpretation – sie zeigt mir immerhin, dass ich es besser/anders/liebevoller/etc. machen kann.

„Erkennen das heißt: Alle Dinge zu unserem Besten verstehen!“ (Zitat von Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Unsere Vergangenheit, besteht aus einer Reihe von Lektionen, die uns zu höheren Stufen des Bewusstseins und der Liebe führen. Die Beziehungen, die wir eingegangen sind, die wir aufrechterhalten haben oder die wir beendet haben, waren notwendige Lehren. Wenn wir in den Rückspiegel unseres Lebens schauen, entdecken wir Sonnenschein & Gewitterwolken. Manche von uns gewannen aus diesen leidvollen Erfahrungen, tiefe Einsichten über sich selbst und was sie sich in ihrem Leben wünschen. Diese Erfahrungen, können in jedem erdenklichen Lebensbereich (Beruf, Familie, Partnerschaft, …) stattfinden. Die Vergangenheit annehmen heißt, dass alles zu unserem Besten geschieht.

Bei jedem Schritt auf unserem Weg, haben wir etwas dazugelernt. Nichts ist also umsonst im Leben. Wir machen genau diese Erfahrung, die wir machen müssen, um genau der Mensch zu sein, der wir heute sind. Jeder Schritt ist deshalb ein Fortschritt. Viele Wissenschaftler, haben sich nicht von unzähligen (Fehl)Versuchen in ihren Forschungen abbringen lassen. Solch einen Ehrgeiz oder diese innere Haltung, können wir auch annehmen. Die Vergangenheit annehmen heißt also, jeden einzelnen Schritt zu würdigen.

Wie können wir, unsere Vergangenheit ins Reine bringen?

Aus den Religionen, kennen wir bereits die Vergebungsarbeit. Im Ansatz ist das eine wunderbare Sache, wenn hier nicht weiter die Worte „Sünde“ oder „Schuld“ missbraucht werden. Jahrhunderte lang sind wir Menschen, damit klein gehalten worden und dies hat zu diesem Beitrag geführt. Die Vergangenheit annehmen heißt, den Kern der Sache zu erkennen. Echte, bewusste Vergebung hilft uns, sich mit den Menschen, den Seelen, den Situationen, mit der Familie, mit unserer Kindheit, mit unseren vermeintlichen Schwächen, Zwängen und (Gewalt)Traumas in allen Zeitlinien und Dimensionen, auszusöhnen. Vergangenes Unrecht, wirklich Gut sein zu lassen!

Es ist allerdings nicht nötig, die unbewusste Vergangenheit in uns zu untersuchen. Außer es äußert sich in diesem Moment ein Gefühl, ein Gedanke oder eine Reaktion oder ein äußeres Ereignis. Ähnlich bei meinem oben genannten Erlebnis. Es wollte einfach gefühlt und angenommen werden. Alles was wir anschauen bzw. bearbeiten können, zeigt sich im gegenwärtigen Augenblick. Wenn wir uns in die Vergangenheit vertiefen, tut sich ein bodenloser Abgrund auf und es wird immer noch mehr sein. Die Täuschung ist dabei, dass wir das Gefühl bekommen, aufgrund unserer in der Vergangenheit taumelnden Gedanken, dass wir noch mehr Zeit benötigen. Mehr Zeit für die Verarbeitung, mehr Zeit zum NachDenken und mehr Zeit zur Bewältigung.

Vergangenheit ist jeder Punkt auf der Zeitlinie, der hinter uns liegt. Schon jetzt, wenn Du diese Zeilen liest, ist das gelesene bereits Vergangenheit. Ein Mehr an Zeit, wird uns deshalb nicht von der Zeit befreien. Die Vergangenheit annehmen heißt, im Jetzt leben!

„Die Vergangenheit, kann in Deiner Gegenwart nicht überleben.“ (Zitat von Eckart Tolle)

Geben wir dem, Aufmerksamkeit, was jetzt gerade da ist. Unseren Stimmungen, unseren Gefühlen, den Reaktionen und den aufkommenden Gedanken, echtes Zuhören/ Hinhören, den Wünschen und unseren Ängsten. Jetzt ist die Vergangenheit in Dir und kann im Jetzt aufgelöst/ bearbeitet werden. Unser Geist liefert jetzt wieder hervorragendes Kopf Kino und unsere Gefühle, können uns überwältigen. Jetzt meldet sich alles, was wir unterdrückt haben und/oder wir handeln aus alten Konditionierungen heraus. Versuchen wir diese (Fort)Schritte dann einfach nur zu beobachten, nicht zu analysieren oder zu verurteilen, findet Transformation statt. Dann kommen wir ins Reine, nämlich mit bedingungsloser Liebe.

Wie schaffen wir das? Mit unserem Atem oder dem Herzschlag, kommen wir rein in den Moment ~ das Leben im Jetzt! Oft dauert das nur wenige Sekunden oder Minuten. Wir schaffen es in diesem Augenblick, einfach nur zu Sein. Die Vergangenheit annehmen heißt, die vollkommene Annahme, des gegenwärtigen Zeitpunkts. Vollkommene Annahme, wie wir sind oder die Situation Jetzt in diesem Moment gerade ist. Viel Erfolg dabei!

Wer schreibt hier? ~ Reinweiß by  Susanne Reinhold ~ Raum für Reines & Weißes

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