SelbstErkenntnis

Der Weg ist das Ziel und wie du deine Reise genießt

Der Weg ist das Ziel und wie du deine Reise genießt, Segler ©Reinweiß by Susanne Reinhold

„Der Weg ist das Ziel.“

Jeder ist diesem Sprichwort in seinem Leben schon begegnet.

Oft genug gehört, gelesen, wiedergegeben und möglicherweise als Floskel abgehackt. Denn nicht jeder versteht dieses Sprichwort sofort. Ich habe mir es vorgesagt, um am Ball zu bleiben, um durchzuhalten und um die Zähne zusammenzubeißen, wenn der Weg herausfordernd war. Überraschenderweise war das Ziel oft außer Sichtweite und doch führte mich das Leben irgendwie dahin. Im Nachhinein muss ich oft schmunzeln, weil ich auch so lange gebraucht habe, um das Sprichwort wirklich zu verstehen.

Der Weg ist das Ziel – Was heißt das denn genau?

Laut Überlieferung stammt dieses Sprichwort vom chinesischen Philosophen Konfuzius (551–479 v. Chr.). Er will uns mitteilen, dass der Weg bzw. der (Lern-)Prozess zu einem bestimmten Endergebnis oder einem Ziel tatsächlich wichtiger ist, als das Ziel selbst.

Dass die Erreichung des Zieles nicht wichtiger ist als die Art und Weise, wie man das Ziel erreicht hat. Das Sprichwort kann auch bedeuten, dass es wichtiger ist, dabei zu sein, als zu gewinnen, wie an einem Spiel oder einfach der Weg an sich der eigentliche Sinn der Unternehmung ist, wie beim Wandern. Johann Wolfgang von Goethe wusste auch um die Essenz dieses Sprichwortes und schrieb:

„Man reist ja nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.“

Das höchste menschliche Ziel war in Konfuzius Augen ein edler Mensch zu sein, was wiederum bedeutete sich in Harmonie mit dem großen Ganzen zu befinden.

Der Weg geht über die Bewusstseinsbildung. Also die Arbeit an uns selbst – was heutzutage wohl mit Persönlichkeitsentwicklung übersetzt wird, bezeichne ich lieber mit „Bei sich Selbst Sein“.

Für mich hat dieses Zitat aber vor allen Dingen noch eine weitere Bedeutung: Lebe im hier und jetzt! Denn Ziele liegen immer in der Zukunft. Der Weg, den wir gehen richtet sich auch in die Zukunft, aber darauf befinden wir uns jetzt, hier und heute – in diesem Moment! Wer weiß, ob wir diesen bestimmten Tag in der Zukunft jemals erreichen werden. Also sollten wir das genießen, was wir jetzt haben.

Wo ein Weg ist, ist auch ein Ziel! Stimmt das?

Nicht unbedingt.

Vielleicht geht dir nun ein ähnlicher Gedanke wie mir durch den Kopf: „Moment mal, ich dachte immer, dass man nur richtig erfolgreich sein kann, wenn man sich konstant neue Ziele setzt?“ Aber vermeintlich ist dem nicht so, denn ich stoße beim Stöbern immer wieder auf Artikel oder Podcasts in denen sehr erfolgreiche und inspirierende Menschen interviewt werden, die angeben, gar keine Ziele zu haben. Auch wenn uns durch verschiedene Fragestellungen immer wieder der Eindruck vermittelt wird, dass es ohne Ziele keinen Erfolg gibt.

Mit der Frage: „Wo sehe ich mich in 3, 5 oder 10 Jahren?“ musste ich mich das erste Mal in der Betriebswirtschaft auseinandersetzen. Im Marketing werden solche Fragen, bewusst zur Zieldefinierung eingesetzt und planmäßig abgearbeitet, bis zur Erreichung des Ziels. Das kann für einige ganz geradlinig sein, doch dann kommt plötzlich das Leben dazwischen. Kinder werden oft gefragt: „Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist?“. Reine Zielabfrage.

Und dann die erschrockenen Gesichter der älteren Generation, wenn die Jugend auf die Frage mit: „Weiß noch nicht, irgendwas wird sich schon ergeben. Ich mach erst mal die Schule/das Studium fertig und dann sehe ich weiter“ antwortet. Manchmal denke ich mir, das ist ein bisschen so, wie wenn du mich als 18-Jährige gefragt hättest, was für einen Typ Mann ich später mal heiraten werde oder ob ich mal Kinder haben will.

Natürlich haben fast alle eine Antwort darauf – aber wie viele Antworten davon stimmen letzten Endes mit dem Endergebnis überein? Eben, nicht so viele.

Man muss nicht immer von Anfang an ein Ziel vor Augen haben und manchmal ergeben sich die Ziele auch auf dem Weg, weil sich da wieder ganz neue Möglichkeiten ergeben.

Der Weg ist das Ziel – 3 Essenzen

Für deinen Weg möchte ich dir heute gerne 3 Essenzen mitgeben, was ich aus diesem Sprichwort lernen durfte.

1 – Essenz und warum Ziele dich nicht wirklich glücklich machen

Der Weg ist das Ziel und wie du deine Reise genießt, Segler, Simon und der Segler, eine Geschichte ©Reinweiß by Susanne Reinhold

Simon und der Segler

Simon, ein Händler für Luxussegeljachten, übergab ein mehrere Millionen teures Schiff an seinen Kunden. Die beiden machten eine zweistündige Probefahrt und – wie bei diesen Anlässen üblich – lud Simon seinen Kunden danach in ein Restaurant ein.

Beide waren Geschäftsleute. Beide arbeiteten sehr viel und verdienten auch sehr viel. Auch die gemeinsame Leidenschaft für den Wassersport verband die zwei und so sprachen sie bald wie alte Freunde über ganz persönliche Sehnsüchte und Wünsche im Leben. Nach einer Weile erkundigte sich der Kunde nach dem – im Verhältnis zu seinem gerade gekauften – nächstgrößeren Jachtmodell. Simon war überrascht. Sein Kunde hatte doch erst zwei Stunden auf seinem neuen Luxusboot verbracht. Einem Schiff, das weltweit zum Besten gehörte, was man in dieser Größenordnung kaufen konnte.

„Sag mal, möchtest du nicht erst einmal dein neues Boot genießen, ehe du an ein größeres denkst? Du hast immerhin ein Jahr darauf gewartet?“ fragte Simon vorsichtig.

„Das stimmt schon“, antwortete der Kunde. „Aber so bin ich eben. Mir geht es nicht, um das Ziel. Immer wenn ich etwas erreicht habe, verliere ich schlagartig das Interesse daran. Meine Kraft entsteht, wenn ich spüre, dass ich etwas nicht habe, und mir vorstelle, wie es wäre, wenn ich es hätte. Das treibt alles in meinem Leben an.“

Simon hatte viel mit reichen Menschen zu tun und er kannte diese Einstellung. So klar hatte es allerdings noch niemand ausgesprochen.

„Du hast mir erzählt, dass deine Arbeit dich deine geliebte Frau gekostet hat“, hakte Simon nach. „Und du hattest einen Herzinfarkt, mit zweiundvierzig!“

„Ja. Und zudem habe ich keine Zeit für wirkliche Freunde. Das Geschäft frisst mich auf. Aber was sollte ich mit meinem Leben anfangen, wenn ich keine Ziele mehr habe? Ziele erreichen ist das, was ich eben kann. Wenn ich das nicht tue, ist alles völlig sinnlos. Aber du hast schon recht. Ich werde erst einmal genießen, was ich habe.“

Drei Monate später bestellte der Kunde bei Simon, die nächstgrößere Yacht. –

(Noch mehr Kurzgeschichten findest du in meinem Telegram Kanal)


Anhand dieser kleinen Geschichte, siehst du wie schnell Ziele zur Normalität werden. Sie haben Suchtpotenzial und deuten darauf hin, dass man nicht einer Sehnsucht folgt, sondern tatsächlich nach der Erfüllung eines Wunsches, was wiederum zu Enttäuschung führt.

Studien haben ergeben, dass nach 21 Tagen eine bestimmte Tätigkeit oder ein Zustand so langsam zur Routine wird. Das heißt, nach 21 Tagen kannst du dich nicht mehr so freuen über die gewonnene Goldmedaille, über das bestandene Abitur oder über das fertiggestellte Häuschen wie am Tag der Zielerreichung.

  • Hast du schon mal auf ein Ziel hingearbeitet, alles dafür gegeben und es dann auch erreicht?
  • Wie lange hast du dich daran erfreut, dass du dieses Ziel erreicht hast?
  • Und wie lange hat es gedauert, bis du dir das nächste Ziel gesetzt hast?

Meist ist es doch so – die Freude dauert leider nicht allzu lange an.

Es macht sich eher eine Erleichterung in uns breit. Je nachdem was unser Ziel war.

Wenn wir beispielsweise einen Prüfung haben, dann fällt uns natürlich ein riesen Stein vom Herzen, wenn wir dieses Ziel endlich erreicht haben und alles gut gelaufen ist. Wir können endlich wieder durchatmen, entspannen, fühlen uns leichter und befreit. Aber manchmal fühlt es sich an, wie eine innere Leere, wenn wir es dann endlich geschafft haben. Erst arbeiten wir lange darauf hin, sparen oder geben alles und plötzlich ist es da. Aber irgendwie ist doch alles, wie vorher.

Wir haben zwar einen anderen Titel, einen neuen Job etc. aber wir sind immer noch derselbe Mensch.

Auch wenn wir vielleicht gedacht haben, dass das Ziel dem Ganzen einen riesen Schub geben würde.

Und da wir Menschen so gepolt sind, dass wir immer mehr wollen, möchten wir auch immer mehr erreichen. Wodurch die Freude über das erreichte Ziel auch nicht unbedingt so lange anhält, denn da wartet ja schließlich schon das nächste Ziel auf uns.

Wir stehen ständig unter Strom und Anspannung. Ziele bringen auch einen gewissen Druck mit sich, gerade wenn z.B. ein Abschluss, ein neuer Job oder die erfolgreiche Gründung eines Unternehmens dahinterstehen. Das kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein und uns jegliche Kraft rauben. Darum sind es nicht wirklich unsere Ziele, die uns glücklich machen.

2 – Essenz und wie du die Reise genießen kannst

Mit Geduld – vor allem mit dir Selbst, lernst du die Reise zu genießen. Wir werden schnell ungeduldig, wenn mal nicht alles nach unserem Kopf geht.

Dann versuchen wir Abkürzungen zu nehmen, die sich als Irrwege herausstellen und alles nur noch schwerer machen. Frühzeitiges aufgeben, entsteht nur durch Ungeduld.

Das große Geheimnis lautet also: Du kannst den Weg nur genießen, wenn du dich gleichzeitig in Geduld übst. So kommst du wesentlich schneller in den eigenen Flow und bist zufrieden, für jeden Schritt. Glücksgefühle und Gelassenheit sind die Folge.

Alles kommt zu seiner Zeit – darf jetzt ein neues Mantra sein.

So einfach das auch klingen mag, aber alles hat seine Zeit im Leben – manche Dinge können wir aktiv beeinflussen und andere wiederum nicht.

Bei den Dingen, die wir nicht beeinflussen können ist es sehr hilfreich, sie einfach so anzunehmen wie sie sind, denn ändern können wir sie ja dann eh nicht.

Schenke dir deshalb die Geduld und die Ruhe, um aufmerksam deinen Weg zu gehen. Dann bist du offen für Alles was dir über den Weg läuft. 😉

3- Essenz und wie du Erfüllung auf deiner Reise gewinnst

Der Weg ist das Ziel und wie du deine Reise genießt, Segler, Freude kommt vom Tun ©Reinweiß by Susanne Reinhold

Die Freude kommt vom Tun.

Das ist das woraus wir Kraft und Energie schöpfen, ja unsere Lebensfreude gewinnen können.

Also ist es wichtig, dass uns das was wir tun auch Freude bereitet. Wir tun oft Dinge, von denen wir denken, dafür etwas zu bekommen. Beispielsweise eine Beförderung oder mehr Ansehen, aber eigentlich nervt uns der Job schon ziemlich lange. Oder wir vergleichen unseren Weg und unser Leben, mit dem eines anderen. Da gilt es ehrlich mit uns Selbst zu sein. Vergleichen ist Zeitverschwendung.

Durch Ehrlichkeit, gewinnen wir Klarheit im Leben. Sich Selbst die richtigen Fragen zu stellen, bringt Klarheit. Ab dem Augenblick, ab dem du Klarheit und den Fokus wieder auf dich hast, packst du das Geschenk aus und es gehen Türen auf, wo andere zuschlagen. Durch die Bereitschaft und die Erkenntnis, ändert sich sofort etwas in unserem Energiefeld. Unsere Wahrnehmung wird anders! Und wir erkennen wieder die Fülle, in unserem eigenen Leben.

In meinem eBook – Selbsterkenntnis, habe ich 88 Fragen zusammengestellt. Damit übernimmst du Verantwortung und kommst raus aus der Opferrolle, hörst auf zu Vergleichen – alle sind gemein, die Welt ist böse und schlecht. So einen schlimmen Job habe ich gar nicht verdient. 

Na dann mach ihn nicht – so einfach ist das.

Lieber brauchst du ein bisschen länger, um an dein Ziel zu kommen. Und es gibt nie nur diesen einen Weg, sondern immer mehrere. Wie heißt es so schön – Viele Wege führen nach Rom.

Das Wichtige ist, dass du Freude bei dem verspürst, was du tust.

Die Quintessenz

Ich persönlich setze mir Ziele, weil sie mich anspornen und motivieren – Hin und wieder werfe ich sie aber auch gerne über den Haufen. Am liebsten gehe ich nach meinem Gefühl und bin somit offen, für das, was sich sonst noch zeigt.

Deshalb solltest du bei der Zielsetzung darauf achten, dass du dich nicht zu sehr auf das Ziel versteifst, bleib flexibel, sonst verpasst du vielleicht eine tolle Gelegenheit auf deinem Weg.

„Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen.“ (John Lennon)

Vielleicht bist du auch eher der Mensch, der sich regelmäßige Ziele steckt. Was, wie oben bereits erwähnt, aber nicht bedeuten muss, dass du nicht auch deinen Weg meistern wirst.

Wie gesagt, es gibt auch sehr erfolgreiche Menschen, die sich keine Ziele setzen. Dann sind es stattdessen vielleicht Pläne, Träume, Wünsche oder Visionen die du hast. Auf jeden Fall hat jeder von uns einen Weg, der erfahren werden will und damit verbundene Entscheidungen die getroffen werden wollen. Wie so viele Dinge in deinem Leben, liegt es allein in deiner Hand, welche Entscheidungen du triffst und wie du den Weg gehst.

Natürlich gibt es Herausforderungen, die uns immer wieder auf unseren Wegen auflauern werden, das gehört einfach zum Leben dazu. Hier ist nur die Frage wie du damit umgehst. Nichts hat eine Bedeutung, bis du den Dingen eine Bedeutung gibst. Und wie sagt man so schön auch beim Segeln – Es gibt nicht das falsche Wetter, sondern nur die falsche Kleidung. Also mach dich bereit – für Regen, Sturm, Schnee, genauso wie für sonnige Tage mit wunderbarem blauem Himmel.

Der Weg ist das Ziel und wie du deine Reise genießt, Segler ©Reinweiß by Susanne Reinhold

Das absolut schöne am Segeln ist, die Erholung und das Abenteuer. Ich bin noch nicht in den Genuss gekommen, selbst zu segeln – aber als Beobachter dergleichen zu sein. Und ich beobachte bei Seglern eine innere Ruhe & Entspannung, sowie absolutes Abenteuer & Selbstbestimmung, wenn sie mit Geschwindigkeit und in Schräglage über das Wasser gleiten. Der Weg ist das Ziel. Das ist im Prinzip das besondere am Segeln. Die Segel werden so eingestellt, dass jeder mit der verfügbaren Kraft arbeiten kann. So wie auf unserem Weg, den wir alle gehen – das Leben schickt uns immer die Dinge, die wir auch bewältigen können. Ergreifen als Chance, müssen wir es jeder Selbst!

Für deinen Weg, hab ganz wundervolle Erkenntnisse & Erfahrungen.  Alles Liebe – Susanne


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Sei du Selbst, Die Kunst der Selbsterkenntnis ©Reinweiß by Susanne Reinhold